Biografie

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Kristóf Szabó, 2004
Jeannine Bruno
Urgroßvater Jakab Pencz, 1920-er Jahre
Meine Grunderfahrung sind die diversen Zweisprachigkeiten. Ich bin nicht nur mit der deutschen und der ungarischen Sprache gleichzeitig aufgewachsen, sondern auch das Schach, die Mathematik, die Philosophie und das Hingerissensein, die gefürchtete und geleugnete Bewegung des Chaos der grenzenlosen Tiefen unserer Gefühle und unserer Leidenschaften sind in mir da,
Kristóf  Szabó 1973
sie arbeiten zur gleichen Zeit an der Klarheit einer größeren Offenheit, einer entgrenzten Bewusstheit. Diese Arbeit des Künstlers an sich selbst, zeigt sich in mir als eine Reihe von Bildern, welche eine neue Bilingualität, jenes bildhafte Denken, das sich in der Sprache zeigt, ausmachen, während sie die Form annehmen. All das halte ich zuallererst auf Ungarisch fest, dann arbeite ich im übersetzten Textmaterial auf Deutsch weiter. In der Folge übersetze ich es wieder und wieder, bis dann immer zwei Fassungen in der jeweiligen Sprache bestehen. Beide Originale sind meine. Ich bin in Budapest und in Köln zu Hause.

Der Abstieg in die Unterwelt (fasziniert habe ich Dantes <Hölle>, Lautréamonts <Die Gesänge des Maldoror>, Byrons<Manfred>, Kenneth Patchens <Sleepers awake> gelesen) ist ein literarischer Topos, der mir ermöglicht, aktuelle Fragen nach dem Raum und nach der Zeit, wie wir sie uns noch vorstellen, im Experiment zu verfolgen. Verästelungen, Wucherungen, Transformationen, harte schnelle Schnitte, das Auftauchen nicht eingeführter kurzlebiger Personen oder Gegenstände charakterisieren das Gewebe meines poetisches Erzählens. Sein kreatives Prinzip ist die physikalische Selbstüberschreitung der Materie. Seine Ästhetik ist von der Erfahrung mit Realität vermittelnden Blickfang-Medien (Plakate, Fernsehen, Internet) inspiriert. Wesentliche Themen meiner Arbeit sind die Kräfte, die Veränderungen jeglicher Art herbeiführen, darüber lese ich buddhistische Sutren und Kommentare und im weitesten Sinne die Autoren  Foucault, Bataille und Derrida.

Kristóf Szabó 1986

All das sein, was der Mensch sein könnte, das bedeutet poetisches Denken und Empfinden für mich.

Ich esse, trinke, schlafe, liebe in der Luft, neun Monate lang fasse ich keinen Boden. Dann berühren meine Füße den Grund.

Geboren 1968 in Ungarn, Budapest.
Seit 1972 Turnierschachspieler.
1978 Ungarnmeister mit der Schachmannschaft Budapest II, Kategorie bis 14 Jahre.
1980 – 81 Hauptschule in Göppingen.
1981 – 88 Europäisch-Ungarisches  Privat-Gymnasium Kastl in der Oberpfalz:
1982 – 88 Stipendium,
Punk-Rockband KGB-Junk – Schlagzeug/Gesang,
erster Film,
Abitur.
1988 – 96 Universität zu Köln, Theater- Film und Fernsehwissenschaft, Magister.
Atem-Poeme und Stücke für intermediales Theater.
1992 Als Dolmetscher und Lektor für Ungarisch für die Bonner Biennale – Festival internationaler Dramatiker tätig.
1994 Als Lektor für Ungarisch für die Bonner Biennale – Festival internationaler Dramatiker tätig.
1997 Als Übersetzer der Werke des Kossuth-Preisträgers Ervin Lázár aus dem Ungarischen für das sächsische Kulturministerium tätig.
1998 – 2000 Mitglied der surrealistischen Künstlergruppe Antlogonis infekt unter dem Alias „Taibo Bati”, Ausstieg.
Collagen, Assemblagen, Teilnahme an der Gruppen-Ausstellung in Belgien, Lüttich.
1996 – 2005 Neue Atem-Poeme.
Neue Stücke für intermediales Theater.
Publikationen in diversen deutschen, niederländischen und ungarischen Literaturzeitschriften u.a. in Hungarian Studies, Budapest, in Fluisterend, Antwerpen, Anachronia 5 - Sondernummer neue ungarische Literatur, Hamburg, Versa, Köln.
2001 Surrealismus im Ausverkauf  - Happening in Köln (Konzept, Prosa, Gedichte. Organisation, Vortrag und Collagen mit Jeannine Bruno).
2002 Manifest des frischen Kalbs: "Sich stellen!" (mit Jeannine Bruno) beim internationalen cow-project, Oberhausen.
Kristóf  Szabó 1990 2003 Publikationsstipendium des ungarischen Ministeriums der Kultur und des Fonds Ungarisches kulturelles Erbe – Buchpublikation Babó Titti Kristóf: A szegezett árnyu madár beim Balassi Verlag, Budapest (Atem-Poem).
2004 Publikationsstipendium des ungarischen Ministeriums der Kultur und des Fonds Ungarisches kulturelles Erbe – Buchpublikation Babó Titti Kristóf: Karfüst beim fisz Verlag, Budapest (Stücke für intermediales Theater).
2005 Als Übersetzer der Werke des Kossuth-Preisträgers Ervin Lázár und der Autorin Zsuzsa Vathy aus dem Ungarischen für die Deutsch-Ungarische Gesellschaft Dortmund tätig.

UA (Uraufführung) in Budapest: Babó Titti Kristóf: Karfüst (Hörspiel-Fassung), im  TÜZRAKTÁR/Zentrum unabhängiger Kultur, Regie: Miklusicsák Alíz.

Derzeit als freier Dramaturg und Projekt-Manager in Ungarn und Deutschland tätig.



Kristóf Szabó
  Jeannine Bruno
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